Strukturierte Verkabelung: Kabelmanagement in der Serverumgebung und am Arbeitsplatz

Strukturierte Verkabelung

Strukturierte Verkabelung: Kabelmanagement in der Serverumgebung und am Arbeitsplatz

„Ordnung ist das halbe Leben“ – das sagte schon Heinrich Böll. Übertragen lässt sich das nicht nur auf das Privatleben, sondern natürlich auch auf die Arbeitswelt. Denn Sie wissen ja selbst, egal ob ein geordnetes Arbeitsumfeld oder eine saubere Wohnung, eine gewisse Ordnung gibt dann doch die nötige Struktur, die viele von uns benötigen. Ist ein einigermaßen aufgeräumter Arbeitsplatz durch Ablagesysteme & Co. für viele noch leicht umzusetzen, so scheitert es oft am unüberschaubaren Kabelsalat unter dem Schreibtisch. Dabei ist eine strukturierte und übersichtliche Verkabelung gar nicht so schwer! Felix Hehl erklärt Ihnen hier die Basics.

Gepostet: 11. November 2020

Autor: Felix Hehl

Kategorie:  IT & Software

Lesezeit: 3 Minuten

Neben dem meist gefürchteten Chaos unter dem Schreibtisch gibt es auch andere Ecken, die von vielen Mitarbeitern nie betreten werden. Dazu zählt der sogenannte Serverraum. Für wohl die meisten Mitarbeiter ist dieser eher ein Mythos als wirkliche Realität – was auch gar nicht schlimm ist, solange man nicht gerade in der IT arbeitet. Er wird oft als unaufgeräumter Abstellraum gesehen und leider auch so benutzt.

Sowohl den nicht ordentlich verkabelten Arbeitsplatz als auch den unübersichtlichen Serverraum wollen wir uns in diesem Beitrag genauer anschauen. Diese sind nämlich in vielen Unternehmen die Regel und keine Ausnahme. Doch das muss nicht so bleiben: ein geordnetes Kabelmanagement ist fast schon die halbe Miete und gar nicht so schwer umzusetzen.

Strukturierte Verkabelung

Welche Vorteile bietet eine strukturierte Verkabelung?

Einer der Hauptgründe für die Einführung einer strukturierten Verkabelung ist die schnelle Weiterentwicklung der heutigen Technik. Durch diese können wir davon ausgehen, dass die eingesetzte Hardware – zum Beispiel Server, Switches, Desktop-PCs, usw. – regelmäßig ausgetauscht werden muss. Dass eine strukturiere Verkabelung diese Prozesse enorm vereinfacht, liegt auf der Hand.

Doch auch in Sachen Übersichtlichkeit punktet die strukturierte Verkabelung. Denn diese ist mit einem wirren Kabelsalat überhaupt nicht gewährleistet. Jeder der schon einmal vor einem unordentlichen Serverrack – also einem Serverschrank – oder auch „nur“ einem Schreibtisch voller chaotischer Kabelstränge stand, weiß, wie schwierig es sein kann, ein Kabel einem Patch Port oder Gerät zuzuordnen.

Zu guter Letzt – vielleicht nicht ganz so brisant, aber dennoch wichtig – sieht es einfach besser und ordentlicher aus. Jeder IT-Mitarbeiter weiß, wie befriedigend es ist, wenn ein Serverrack und der Büroarbeitsplatz sauber verkabelt wurde. Doch positive Auswirkungen spürt besonders auch der Eigentümer des Schreibtischs: Denn hier trifft das Sprichwort „Äußere Ordnung ist innere Ordnung“ genau ins Schwarze. Britische Studien haben bestätigt, dass Mitarbeiter an unordentlichen Arbeitsplätzen, deutlich ineffizienter arbeiten und sogar häufiger krank sind.

Voraussetzungen für eine strukturierte Verkabelung in der Serverumgebung

Am besten kann man eine strukturierte Verkabelung umsetzen, wenn ein Serverrack neu aufgebaut wird und somit noch kein Chaos beseitigt werden muss. Eine gute Planung der Verkabelung ist dabei das A und O. So lassen sich alle Strukturen bereits vor der eigentlichen Verkabelung entsprechend durchdenken und später dann auch alles gut nachvollziehen.

Ein Beispiel: Anhand eines Switches kann man festlegen, dass Port 1-24 für NETZ1 und Port 25- 48 für NETZ2 reserviert und auch vergeben sind. Außerdem kann man bestimmen, dass die Kabel des NETZ1 nach links und die Kabel des NETZ2 nach rechts abgeführt werden sollen, um die Netze so auch physisch zu trennen. Das lässt sich dann noch weiter strukturieren und es können verschiedene Farben für die einzelnen Netze und somit auch Kabel definieren werden. Zum Beispiel werden für NETZ1 grüne Kabel und für NETZ2 rote Kabel verwendet. Dadurch kann man auf den ersten Blick in einem Serverrack die Netze auseinanderhalten und man weiß genau, welches Kabel, welchem Netz zugeordnet ist.

Voraussetzung für eine strukturierte Verkabelung am Arbeitsplatz

Um eine strukturierte Verkabelung am Arbeitsplatz umzusetzen, ist es sinnvoll, die Kabel in Kabelkanälen unter dem Tisch zu verlegt. Diese sollten genug Platz bieten, um auch Netzteile und größere Kabelmengen aufzunehmen. Außerdem ist ein Strom- und Netzwerkanschluss in der Nähe des Kabelkanals hilfreich, damit man nicht unnötig viele Meter an Kabeln legen muss.

Strukturierte Verkabelung

So geht’s: Tools für eine strukturierte Verkabelung

Am Büroarbeitsplatz kann man leicht unter oder hinter dem Schreibtisch Kabelkanäle anbringen und mit Kabeldurchführungen dafür sorgen, dass die Kabel sauber in den Kabelkanal verlegt werden können. Außerdem lassen sich die Kabel im Kanal und die offen liegenden dann zusätzlich mit einem Kabelschlauch organisieren, was den letzten Rest Unordnung ausmerzt.

Bei einem Serverrack kann man Kabelführungspanele anbringen und dadurch die Kabel geplant durch das Rack führen, ohne Unordnung fürchten zu müssen. Eine weitere, gern genutzte Möglichkeit ist die „Beschriftung“ der Kabel. So lassen sich diese beispielsweise auf einem Patchpanel direkt einem Port zuordnen. Zur Beschriftung eignen sich verschiedene Tools. Es gibt zum Beispiel Beschriftungsgeräte, die für Patchkabel geeignet sind. Man kann aber auch Kabelbinder mit Beschriftungsfeld an den Patchkabeln anbringen.

Fazit zu strukturierter Verkabelung

Eine strukturierte Verkabelung ist die Basis für einen ordentlichen und strukturierten Arbeitsplatz und Serverraum – und dabei gar nicht so schwer umzusetzen. Mit etwas Planung und der Unterstützung einiger weniger Tools haben Sie die Basis für eine saubere und gut nachvollziehbare Verkabelung schon geschaffen. Und das lohnt sich: Denn wie eingangs erwähnt ist ein Mitarbeiter, der an einem aufgeräumten Arbeitsplatz arbeitet, nachgewiesen effizienter und hat weniger Kranktage als ein Mitarbeiter, der an einem unordentlichen und nicht strukturierten Arbeitsplatz arbeitet.

Haben Sie weitere Tipps zur strukturierten Verkabelung oder sind Fragen offen geblieben? Lassen Sie es uns in den Kommentaren unten auf dieser Seite wissen.

Bildquellen: Field Engineer, Brett Sayles, Brett Sayles

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2020-11-11T11:05:35+01:00

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