Ridepooling – lohnt es sich einzusteigen?

Ridepooling, Frau im Auto

Ridepooling – lohnt es sich einzusteigen?

Immer mehr Menschen setzen auf alternative Transportmittel und verzichten auf überfüllte Bahnen und Busse während hoher Inzidenzen oder lassen das eigene Auto der Umwelt zuliebe stehen. Einer dieser Alternativen ist das Ridepooling – ein Taxidienst, der dank eines Algorithmus Menschen mit ähnlichen Zielen vereint und effizient durch die Stadt bringt. Lohnt es sich einzusteigen und wie grenzt sich dieses neuartige Angebot von anderen öffentlichen Verkehrsmittel ab?

Gepostet: 03. September 2021

Autorin: Eileen Mägdefessel

Kategorie: IT & Software

Lesezeit: 2 Minuten

In den letzten Jahren haben die Themen Klimawandel und Umweltschutz immer mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die Reduzierung der CO2 Emissionen durch den Verkehr war und ist ein Ziel der Umweltpolitik und der Trend, dass immer mehr Menschen auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) setzten, kam diesem zu Gute.

Doch seit dem COVID-19 auch Deutschland erreichte, spürte der ÖPNV deutliche Einschneidungen. So sank die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel laut der Tagesschau auf 40%.

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Viele neue Home Office Jobs entstanden während der Pandemie, wodurch Arbeitswege wegfielen. Außerdem wurde vermehrt auf das Auto gesetzt, um Menschenmassen zu vermeiden.
Eine Studie der Bitkom hat jedoch auch gezeigt, dass neuen Alternativen vermehrt eine Chance gegeben wird.

Eines dieser neuen Verkehrsangebote ist das sogenannte „Ridepooling“.

Ridepooling Standorte in Deutschland

Was ist Ridepooling?

Ridepooling ist ein neuer Taxidienst. Dabei sammelt ein professioneller Fahrer eine oder mehrere Personen mit ähnlichem Ziel auf und transportiert diese gemeinsam in eine ähnliche Richtung.
Dabei verbindet der Dienst die Vorteile vom Ridesharing und klassischen Taxidiensten, denn abgeholt und abgeliefert werden die Kunden entweder Zuhause oder an virtuellen Haltestellen. Durch das Teilen der Ressourcen wird der Preis mit jeder weiteren Person günstiger.
Gebucht wird ein Ticket bequem durch eine App. Dabei geht die Zahlung durch PayPal und anderen kontaktlosen Zahlungsarten über die Bühne. Nur noch das Eingeben von Start und Zielpunkt und der Algorithmus berechnet die Fahrgemeinschaft, Uhrzeit und Preis. Der Dienst wird bereits an 22 Standorten in ganz Deutschland angeboten.

Abgrenzungen zu anderen Alternativen

Auch wenn der Name ähnlich klingt, beschreibt Ridesharing nur die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges als Transportmittel, was grundsätzlich bei jedem Ridepooling der Fall ist, andersherum aber nicht sein muss. Ridepooling ist nämlich eine professionelle und kommerzielle Serviceleistung, die Fahrgemeinschaften durch einen Algorithmus bildet, während der Begriff Ridesharing ebenso für private Fahrten benutzt wird.

So zählt das Teilen der Autofahrt mit Bekannten, Kollegen oder auch mit Fremden über Vermittlungsservices, wie BlaBlaCar, Uber und Lyft zwar zum Ridesharing, jedoch nicht zum Ridepooling.

Carsharing hingegen bezeichnet die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges zu unterschiedlichen Zeitpunkten und bietet eine tolle Alternative, für Menschen ohne eigenes Auto, die jedoch nicht mit Fremden gemeinsam Reisen möchten.
Je nach Rahmenbedingungen unterscheiden sich Abhol- und Rückgabe Standort. So ist bei „stationsgebundenen“ Carsharing ein fester Standort, an dem man startet und endet, während beim „Free-Floating“ das Fahrzeug in einem bestimmten Bereich abgestellt werden kann, wo der nächste Fahrgast dieses dann wieder abholt.

Ridepooling, Menschen im Auto

Der Kern von Ridepooling: Der Algorithmus

Der Algorithmus ist das Herzstück, welches das Ridepooling am Laufen hält. Er vergleicht die Anfragen und bucht Passagiere, die in eine ähnliche Richtung fahren gemeinsam mit Fahrer auf ein Fahrzeug. Zudem berechnet dieser den effizientesten und kürzesten Weg sowie kürzeste Wartezeiten, damit trotz mehrerer Zielpunkte nicht unnötig viel Zeit verloren geht. Der Algorithmus überprüft solange verschiedene Anfragen und Faktoren, bis ein optimales Szenario für alle Gäste entsteht.

Und das Ganze bewährt sich. Moia (eine junge Tochterfirma des Volkswagen Konzerns) hat unter 770.000 Fahrgästen im ersten halben Jahr bei ungefähr 60% der Fahrten mindestens einen zugestiegenen Fahrgast verzeichnen können.

Lohnt es sich einzusteigen?

Laut einer Analyse des Anbieter Door2Door könnten 5.000 Minibusse in München um die 360.000 private Fahrzeuge ersetzen. Das würde natürlich einen großen Rückgang der CO2 Emissionen in der Stadt bewirken. Auch wenn dieser Ergebnisse unter Idealbedingungen berechnet wurden, würde sie auch realistisch große Einsparrungen der Emissionen bringen, was wichtig für den Klimaschutz wäre.
Nicht nur, der Fakt, dass weniger Autos unterwegs sind spricht für das Ridepooling, auch könnte der Verkehr besonders zu Stoßzeiten verringert werden, die Kosten sind geringer als ein normales Bus-/Bahnticket und auch in ländlicheren Gebieten, in welchen der ÖPVN nicht gut ausgebaut wurde, zeigt sich großes Potential.

Bildquellen: Wendell Fernandes, Ante Samarzija, Alex Jumper

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