Shinrin Yoku – Wie Waldbaden entstressen kann

Waldbaden

Shinrin Yoku – Wie Waldbaden entstressen kann

Viele Dinge können uns ans Ziel führen, wenn wir uns als Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch mit etwas anderem beschäftigen möchten: Sport wie Laufen, Radfahren, Klettern oder Volleyball, ein Instrument spielen, ein Buch lesen, etwas mit Freunden unternehmen… oder eben auch ein bewusster Spaziergang im Wald. Wie ein solches Waldbad aussehen kann und wie es dabei hilft, Stress abzubauen, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Gepostet: 25. Juli 2022

Autor: Isabella Kloska

Kategorie:  Human Resources

Lesezeit: 4 Minuten

Haben Sie denn einen Baum vor Ihrem Bürofenster? Und wann waren Sie eigentlich das letzte Mal in einem Wald?

Läuft, spaziert, radelt oder wandert man von der Heuchelbergwarte hier in Leingarten in den Wald hinein, kommt man an einem hölzernen Schild vorbei. „Zum Waldbaden“ steht darauf.

Der Begriff kommt aus Japan. Dort trägt es den Namen „Shinrin Yoku“. Auch hierzulande wird es immer beliebter. Das Waldbaden ist ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag und lädt zum Entstressen und Entschleunigen ein. Sie müssen sich dafür nicht anstrengen und nicht einmal viel Zeit aufwenden, vorausgesetzt, Sie leben in der Nähe eines Waldes, eines schönen Parks oder einer anderen Art von Natur.

Waldbaden

Wie nehme ich ein Waldbad?

Der Begriff ist nicht wörtlich zu nehmen – niemand erwartet von Ihnen, dass Sie sich die Kleider vom Leib reißen und sich auf dem Waldboden wälzen. 🙂
Es geht vielmehr darum, in die Atmosphäre des Waldes einzutauchen: für eine kurze Zeit die Dinge zurück zu lassen, die außerhalb des Waldes liegen und die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Zu sehen, wie sich die Blätter im Wind bewegen und die Sonne, die durch die Baumkronen blitzt wahrzunehmen, die Erde unter den Füßen zu fühlen und den Wind im Gesicht, das Harz in der Luft zu riechen, die Vögel zwitschern zu hören und das Knacken im Unterholz, wo sich eine Maus oder ein Reh versteckt. Lässt man sich darauf ein und konzentriert sich ganz auf die eigene Wahrnehmung, kommt man ins innere Gleichgewicht.

Gehen Sie doch einfach mal wieder im Wald spazieren – am besten schalten Sie Ihr Mobiltelefon dazu in den Flugmodus. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit. Bereits 15 Minuten Waldbaden reichen aus, um davon zu profitieren. Es geht nicht darum, möglichst weit zu wandern oder möglichst lange auszuharren, sondern um die Qualität des Aufenthalts. Gerade an heißen Sommertagen kann das Klima im Wald angenehm kühl sein, da unter den Bäumen nicht nur Schatten lockt, sondern auch eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht.

Warum Waldbaden?

Zahlreiche Studien wurden und werden zum Thema „Waldbaden“ durchgeführt. Teils konnte nachgewiesen werden, dass der Parasympathikus bei einem Waldspaziergang aktiviert wird. Der Parasympathikus ist der „Ruhenerv“ des vegetativen Nervensystems. Er beeinflusst die inneren Organe und ist für die Regeneration unseres Körpers zuständig. Wird er aktiviert, werden weniger Stresshormone gebildet. Durch Waldbaden können Blutdruck und Herzfrequenz sinken, ebenso das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Konzentration und Gedächtnisleistung können verbessert werden.

Sogar das Immunsystem kann von einem Waldbad profitieren: Die Pflanzen im Wald geben sogenannte „Terpene“ ab. Terpene sind die ätherischen Öle, die den typischen „Duft des Waldes“ ausmachen, den wir alle kennen. Sie dienen zum Beispiel den Bäumen als Kommunikationsmittel, um vor Trockenheit oder Schädlingen zu warnen. Auch das menschliche Immunsystem reagiert auf die Signale und wird gestärkt. Dieser Effekt wurde unter anderem in Studien der Nippon Medical School in Tokio nachgewiesen: Durch einen Aufenthalt im Wald werden mehr weiße Blutkörperchen produziert, die zum Beispiel Krebszellen bekämpfen. In Japan wird das Waldbaden schon lange zur Gesundheitsvorsorge eingesetzt.

Waldbaden

Brauche ich einen Wald?

Eine Kollegin, mit der ich über diesen Blogbeitrag gesprochen habe, hat gefragt: „Gibt es auch Bergbaden? Ich finde, dass Berge so einen meditativen Einfluss haben!“

Eine gute Frage. Wer schon mal auf einem Berg oder am Meer war, wird sich an die angenehme Luft dort erinnern. Dass diese eine positive Wirkung auf Körper und Seele hat, ist keine Neuigkeit. Zum Beispiel bei Atemwegserkrankungen wird häufig eine Kur in den Bergen oder am Meer verordnet. Und nicht umsonst sind diese Landschaften beliebte Urlaubsziele – wir merken schließlich, was uns gut tut.

1984 beobachtete R.S. Ulrich, dass Patienten nach einer Operation schneller gesund wurden und weniger Schmerzmittel benötigten, wenn sich vor ihrem Fenster ein Baum befand und keine schlichte Hauswand. Auch wir bei der ACCENON können in einiger Entfernung die Bäume sehen, die am Ufer des Flüsschens „Lein“ wachsen, wenn wir aus den Bürofenstern schauen und machen in der Mittagspause öfter mal einen kleinen Spaziergang mit den Bürohunden. Trotzdem lohnt es sich für jeden von uns, einige Stunden unserer Freizeit in der Natur zu verbringen. Ein bewusster Spaziergang oder Aufenthalt auf einem Berg, am Meer, im Wald, im Stadtpark oder im eigenen Garten entspannt, hält gesund und kann die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Wer den Effekt noch steigern möchte, übt Meditation oder Qi Gong in der Natur aus.

Probieren Sie es doch einfach mal aus: Nehmen Sie ein Waldbad und genießen Sie den Sommer in der Natur!

Bildquellen: PhotoMIX Company, Anton Atanasov, Krivec Ales

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