Künstliche Intelligenz (KI) – Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz (KI) – Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz  beeinflusst unser tägliches Leben. Von Netflix-Empfehlungen bis zu Sprachassistenten – KI ist überall. Viele der Anwendungsbereiche zielen dabei darauf ab, unseren Alltag einfacher und komfortabler zu gestalten. Aber ist KI ein Fluch oder ein Segen? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie zunächst, was künstliche Intelligenz ist und was sie kann. Außerdem lesen Sie, welche Vor- und Nachteile der Einsatz von KIs mit sich bringt und wie sich mithilfe des Turing-Tests die Intelligenz einer Maschine feststellen lässt.

Gepostet: 17. August 2022

Autor: Annika Saur

Kategorie:  IT & Software

Lesezeit: 3 Minuten

Was ist künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist der Versuch, intelligente Maschinen zu schaffen. Ziel ist es, das menschliche Denken und Lernen zu imitieren, sodass die KI dann selbständig Probleme lösen kann. Dazu kommen komplexe Algorithmen zum Einsatz. Durch diese Algorithmen können KIs in Bruchteilen von Sekunden neue Daten verarbeiten, Muster erkennen und so auf neue Anforderungen reagieren. Zu den verschiedenen Teilbereichen der künstlichen Intelligenz zählen künstliche neuronale Netze, Machine Learning (ML), Deep Learning, Natural Language Processing (NLP) und Robotic Process Automation (RPA).

Künstliche neuronale Netze sind vereinfachte Modelle des menschlichen Gehirns, bestehend aus künstlichen Neuronen. Die künstlichen Neuronen basieren auf mathematische Formeln, die es der KI erlauben, große Mengen an Daten zu verarbeiten. Ähnlich wie unsere Gehirne müssen neuronale Netze trainiert werden und lernen immer mehr dazu.

Beim Machine Learning (ML) verarbeitet die Maschine automatisch neue Daten, um daraus zu lernen. Ziel ist es, dass die Maschine sich selbst, mithilfe von Daten, verbessern kann. Es wird zum Beispiel bei den Empfehlungen von Streaming-Anbietern verwendet.

Deep Learning ist ein Teilbereich des Machine Learning. Hierbei werden Informationen verarbeitet und Maschinen analysieren große Datenmengen (Big Data), in denen sie nach Mustern suchen.

Natural Language Processing (NLP) ist der Versuch natürliche Sprache mit Hilfe von Computeralgorithmen zu erfassen und zu verarbeiten. NLP verbindet Linguistik mit moderner Informatik. Ziel ist es hierbei, die Kommunikation zwischen Menschen und Computer zu ermöglichen. Dies wird zum Beispiel durch Anwendungen, die per Sprache steuerbar und bedienbar sind, umgesetzt.

Robotic Process Automation (RPA) basiert auf sogenannten “Bots“. Das sind programmierbare Software-Roboter.  Diese verbessern die Effizienz, indem sie Routineaufgaben automatisch ausführen. Dadurch können beispielsweise Mitarbeiter im Unternehmen entlastet werden.

Was kann künstliche Intelligenz?

  • Vorhersagen – Basierend auf vorhandenen Daten werden zukünftige Ereignisse vorhergesagt. Dazu zählen z.B. Prognosen zum Kaffeeverbrauch im Büro.
  • Profiling – Empfehlungen ausgehend von den Entscheidungen und Vorlieben einer Person (z.B. Netflix- oder Spotify-Empfehlungen)
  • Objekterkennung – Erkennen von Objekten, auf welche die KI vorher trainiert wurde (z.B. selbstfahrende Autos, die eigenständig bremsen, wenn ein Kind auf die Straße rennt)
  • Zielerreichung – Ein spezifisches Ziel wird verfolgt, das durch selbstständiges Lernen und Leistungssteigerung erreicht werden soll. (z.B. Videospiele, bei denen man gegen den Computer spielt)
  • Mustererkennung – Finden von Verhaltensmustern und Regelmäßigkeiten in großen Datenmengen. So gibt z.B. Google Vorschläge zum Beenden von Sätzen.
  • Natürliche Sprache – Menschliche Sprache wird von der KI verstanden und sie kann darauf reagieren, beispielsweise in Form von Sprachassistenten ( z.B. Alexa)

Der Turing-Test

Ab wann kann eine Maschine eigentlich als intelligent bezeichnet werden? Mit dieser Frage setzte sich bereits in den 1930er Jahren der britische Mathematiker und Informatiker Alan Turing auseinander. Um die Frage zu beantworten, entwickelte er 1950 einen Test, um die Intelligenz einer Maschine testen zu können. Er basiert auf einem Frage-Antwort-Spiel, das überprüfen soll, ob menschliche und künstliche Intelligenz objektiv voneinander zu unterscheiden sind.

Dieser sogenannte Turing-Test funktioniert so:

Ein Mensch unterhält sich per Tastatur und Bildschirm mit zwei ihm unbekannten Gesprächspartnern. Er kann diese dabei weder sehen noch hören. Einer der beiden Gesprächspartner ist eine Maschine, der andere ebenfalls ein Mensch.  Die Maschine besteht den Turing-Test, wenn der fragende Mensch nicht feststellen kann, welcher der beiden Gesprächspartner die Maschine  ist. Wurde der Test bestanden, wird der Maschine menschenähnliche Intelligenz zugeschrieben.

Hände von Mensch und Roboter. Differenz Mensch und Maschine

Vorteile und Nachteile von künstlicher Intelligenz

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz hat viele Vorteile: Sie kann mit hoher Geschwindigkeit und extrem präzise Daten verarbeiten und so Szenarien analysieren, Prognosen stellen und potenzielle Lösungen aufzeigen. Mit ihrer Hilfe können viele Vorgänge automatisiert werden. Dabei wird die KI weder krank noch müde, was die Effizienz deutlich steigert. Außerdem werden dadurch menschliche Fehler vermieden. KI macht unser Leben bequemer und unterstützt uns im Alltag, wie zum Beispiel durch ein Smart Home. Außerdem verbessert KI auch unsere Gesundheit. So sind Deep-Learning-Algorithmen bereits jetzt besser in der Lage, Hautkrebs zu erkennen als Dermatologen.

Künstliche Intelligenz hat jedoch auch ihre Nachteile. Der Einsatz von KI führt zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Indem sie Arbeitsabläufe automatisiert, ersetzt sie viele Arbeiter- und Angestelltenjobs. Eine KI ist nicht menschlich, dementsprechend fällt es ihr schwer einzuschätzen, was ethisches bzw. menschliches Verhalten ist. Außerdem kann KI durch ihre Algorithmen diskriminierend sein und erhöht zum Beispiel die Verbreitung von Falschinformationen. Ein großes Problem der KI, ist die Frage zur Verantwortung. Wer haftet, wenn durch die KI Fehler entstehen oder gar jemand zu Schaden kommen sollte? Darüber hinaus birgt Künstliche Intelligenz Risiken für die Privatsphäre, denn sie wird bereits in 75 von 176 Ländern weltweit zur Überwachung eingesetzt.

Fazit: Ist künstliche Intelligenz die Zukunft?

Es bleibt abzuwarten, ob die künstliche Intelligenz auf lange Sicht ein Fluch oder ein Segen sein wird. Vielleicht ist dies auch eine Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Es lässt sich nicht leugnen, dass künstliche Intelligenz uns in vielen Bereichen bereits jetzt das Leben erleichtert und ein riesiges Potenzial birgt. Genauso sind aber auch die Besorgnisse nachvollziehbar, die mit dem Einsatz von KIs einhergehen. Auf jeden Fall wird es spannend zu sehen, wo der technische Fortschritt hinführt und wie sich die Fähigkeiten und Einsatzbereiche der KIs in Zukunft weiterentwickeln werden. Eines ist jedoch sicher: Der Trend zur künstlichen Intelligenz ist unaufhaltsam.

Bildquellen: Alex Knight , Karolina Grabowska , Pixabay , Tara Winstead 

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